leonhardt
Saiten
Eine Saite (von althochdeutsch seito ‚Strick‘, ‚Darmsaite‘; im 17. Jahrhundert orthografisch von Seite geschieden) ist ein dünner Strang aus Naturdarm, Pflanzenfasern, Draht, Kunststoff, Tierhaar oder anderem Material, der zum Beispiel auf ein Saiteninstrument, einen Tennis- oder Badmintonschläger gespannt wird.
Unterscheidung
Man unterscheidet bei Saiten nach:
Beschaffenheit: Naturdarm, Seide, Messing, Stahl, Kunststoff, …
Spannung oder Saitenstärke
Konfektionierung für ein Instrument: Klaviersaite, Gitarrensaite, Geigensaite, …
Bei wenig genormten Instrumenten oder Stimmungen wird zudem die Mensur (Länge der schwingenden Saite) und die Tonhöhe genannt.
Resonanzkörper
Der Resonanzkörper ist ein Hohlkörper, meist aus Holz oder Metall, dessen Aufgabe die Verstärkung von Klängen oder Tönen ist. Resonanzkörper sind Bestandteil vieler Musikinstrumente.
Der Hohlraum des Resonanzkörpers wird Resonanzraum genannt. Ein kastenförmiger Resonanzkörper (z. B. bei der Violine) wird auch als Resonanzkasten bezeichnet. Bei Tasteninstrumenten (z. B. Flügel) spricht man von einem Resonanzboden.
Prinzip
Ein Resonanzkörper ist Teil eines schwingfähigen Systems. Im einfachsten Fall ist es ein Hohlraum mit ganz bestimmten Abmessungen, abgestimmt auf eine ganz bestimmte Frequenz (also Tonhöhe), zum Beispiel bei einer Stimmgabel. Einmal angeregt, schwingt ein solcher akustischer Resonator mit seiner Eigenfrequenz (in „Körperresonanz“, siehe auch Resonanz). Er schwingt also in der gewünschten Frequenz mit und gibt die Schwingung verstärkt an die Luft ab.
Resonanzkörper können auch auf mehrere Frequenzen abgestimmt sein. Bei Musikinstrumenten, auf denen man viele Tonhöhen spielen kann, ist der Resonanzkörper so konstruiert, dass er ein großes Spektrum von Eigenfrequenzen aufweist, das idealerweise den gesamten Tonumfang des Instruments abdeckt; dann schwingt der Resonanzkörper bei allen spielbaren Tonhöhen gut mit. Man bemüht sich, durch komplizierte Formgebung viele unterschiedliche Schwingungsmoden zu ermöglichen, damit die gespielten Töne möglichst gleich laut erscheinen.
Je größer der Hohlraumresonator, desto tiefer liegen die Eigenfrequenzen. Deshalb ist ein Kontrabass immer erheblich größer als eine Violine. Bei elektronischer Verstärkung der Lautstärke wird ein Resonanzkörper nicht benötigt. Deshalb ist zum Beispiel eine E-Gitarre flacher als eine akustische Gitarre und hat in der Regel auch keinen Hohlraum.
Auch der Trichter eines Grammophons kann als Resonanzkörper beschrieben werden. Er schwingt ähnlich wie der Schalltrichter einer Trompete. Die anregenden Frequenzen werden dem Klangkörper vorgegeben.
Je größer der Resonanzkörper, desto tiefer liegen seine Eigenfrequenzen.
Musikinstrumente mit und ohne Resonanzkörper
Der Resonanzkörper ist bei folgenden Musikinstrumenten ein maßgeblicher Bestandteil:
Streichinstrumente, z. B. Violine, Bratsche, Cello und Kontrabass
klassische Tasteninstrumente wie z. B. Klavier/Flügel oder Cembalo (siehe Resonanzboden)
einige Zupfinstrumente, z. B. Klassik-Gitarre, Mandoline, Banjo, Harfe
einige Membranophone, z. B. Pauke
Keinen Resonanzkörper haben zum Beispiel:
Blasinstrumente, bei denen der Ton allein durch den Luftstrom erzeugt wird, z. B. Blockflöte
Akkordeon
elektronische Instrumente, z. B. Synthesizer, E-Gitarre (siehe auch Elektrophon)
Bei Orgeln sind die meisten Pfeifen Labialpfeifen, diese haben keinen Resonanzkörper. Bei den Zungenpfeifen der Orgel dient der sogenannte Becher jedoch als Resonanzkörper.
Reparatur
Propolis
Die Propolis (griechisch προ pro, deutsch ‚vor‘ und πόλις pólis ‚Stadt‘, wegen des häufigen Vorkommens an den Fluglöchern von Bienenstöcken), auch Vorstoß, Stopfwachs, Bienenharz, Bienenleim, Bienenkittharz, Kittharz oder Kittwachs genannt, ist eine von Bienen hergestellte harzartige Masse mit antibiotischer, antiviraler und antimykotischer Wirkung. Propolis ist ein Gemisch aus vielen unterschiedlichen Stoffen, deren Zusammensetzung stark variieren kann. Weiteres Erzeugnis der Bienen ist neben Honig und Gelée Royale das aus den Wachsdrüsen abgesonderte Wachs.
Da in einem Bienenstock die Insekten auf engem Raum bei etwa 35 °C und hoher Luftfeuchtigkeit zusammenleben, herrschen dort ideale Bedingungen für die Ausbreitung von Krankheiten. Deshalb dient Propolis den Bienen zum Abdichten von kleinen Öffnungen, Spalten und Ritzen sowie gleichzeitig dazu, in den Stock eingeschleppte oder vorhandene Bakterien, Pilze und andere Mikroorganismen in ihrer Entwicklung zu hemmen oder sogar abzutöten. Hierzu werden verschiedene Oberflächen, wie beispielsweise das Innere der Wabenzellen für die Brut, mit einem hauchdünnen Propolisfilm überzogen. Im Bienenstock vorhandene, von den Bienen nicht entfernbare Fremdkörper oder Unrat werden ebenfalls mit diesem Stoff abgekapselt.
Pinsel
Perlmutt
Perlmutt (auch Perlmutter) ist ein natürliches Verbundmaterial aus Calciumcarbonat und organischen Substanzen, das die innerste Schicht („Hypostracum“) oder den gesamten vorwiegend mineralischen Teil der Schale bestimmter Mollusken bildet. Aufgrund seiner speziellen Oberflächenstruktur, die bei Lichteinfall einen matten, irisierenden Glanz erzeugt, findet es Verwendung bei der Herstellung von Kunstgegenständen wie z. B. Schmuck und Zierknöpfen
Verwendung
Die geschliffenen und polierten Schalen der Perlmuscheln waren ein gängiges Währungsmaterial z. B. in der polynesischen Welt. Noch heute haben sie dort vereinzelt einen derartigen Stellenwert. Eine andere Währungsform waren die Perlmutt-Chips in vielen europäischen Casinos bis Ende des 19. Jahrhunderts.
Perlmutt wird wegen seiner irisierenden optischen Eigenschaften seit langer Zeit zur Herstellung von Schmuck verwendet. Für hochwertige Hemden und Blusen werden häufig Knöpfe aus Perlmutt verwendet. In der nordthüringischen Stadt Bad Frankenhausen gab es im 19. Jahrhundert eine blühende Perlmuttknopfherstellung.
Zur Verzierung von Möbeln und Holzschachteln (Intarsien) wurden neben Furnieren aus Edelhölzern auch Plättchen aus Perlmutt angewandt. Eine große Rolle spielt Perlmutt in der chinesischen Lackkunst.
Beim Bau hochwertiger Musikinstrumente findet Perlmutt heute noch Anwendung. Zum Beispiel wird es beim Bau von Gitarren und Bässen als Griffbretteinlage zur Orientierung der Bünde eingesetzt – sogenannte „Inlays“ in Form von Blocks oder Punkten. Zudem wirkt das Instrument dadurch edler. Auch die Froschaugen und Schübe der Bögen von Streichinstrumenten bestehen oft aus Perlmutt.
Früher waren Fischköder aus Perlmutt in Gebrauch. Das prismatische Schimmern täuschte vielen Raubfischarten erfolgreich einen kleinen Leckerbissen vor. Zudem mochten Angler diese Perlmutt-Köder, da Perlmutt schwer genug ist, um es mit der Rute samt Angelleine weit (genug) hinaus in den See oder das Meer zu befördern.
Perlmutt ist als Material zur Herstellung von Löffeln von Vorteil, weil es in Berührung mit Eiern oder Kaviar geschmacksneutral ist.
Es wird untersucht, ob sich künstlich hergestelltes Perlmutt als korrosionsbeständige Schutzschicht auf Schiffsrümpfen eignet.
Palisander
Palisander ist der Handelsname für diverse Holzarten von Bäumen der Gattung der Dalbergien (Dalbergia) aus der Unterfamilie der Schmetterlingsblütler. Palisander ist seit Jahrhunderten ein hoch bewertetes Edelholz.
Verwendung
Palisanderholz hat – je nach Sorte – eine hellbraun-schwarze bis fast ganz schwarze (Rio-Palisander) oder dunkel violettbraune (Ostindischer Palisander) Färbung und hohe Härte. Daher wird es vorzugsweise für Furniere, Messerhefte und bei der Drechslerei verwendet.
Eine große Bedeutung hat Palisander im Musikinstrumentenbau. Es wird wegen seiner Dichte, Härte und Klangeigenschaften für Marimbaphone und Xylophone verwendet. Im Gitarrenbau nutzt man diese herausragenden Eigenschaften für Griffbretter, Zargen und Böden. Auch Blockflöten werden häufig aus Palisander gedreht. Zur Gestaltung von Spieltischen großer Pfeifenorgeln kommt es seit dem frühen 20. Jahrhundert ebenfalls zum Einsatz und verleiht den Instrumenten einen edlen Charakter.
Orchester
Ein Orchester (griechisch ὀρχήστρα orchēstra ‚Tanzplatz‘, d. h., ein halbrunder Platz vor der Bühne eines griechischen Theaters, auf dem ein Chor tanzte) ist heute ein größer besetztes Instrumentalensemble, das dadurch gekennzeichnet ist, dass zumindest einzelne Stimmen mehrfach („chorisch“) besetzt sind. Im Bereich der klassischen Musik unterscheidet man das groß besetzte Sinfonieorchester vom kleineren Kammerorchester. Daneben gibt es Orchester, die nur aus Instrumenten einer bestimmten Gattung bestehen, z. B. Blasorchester, Streichorchester, Zupforchester oder das Gamelan Indonesiens. Jazz-Orchester und ähnliche Formationen der Tanz- und Unterhaltungsmusik werden meist als Big Band bezeichnet.
Es gibt verschiedene Arten von Orchestern:
Sinfonieorchester
Kammerorchester und
Filmorchester
Notenschlüssel
Notenschlüssel (lat. clavis, pt. clave, ital. chiave, engl./frz.: clef = „Schlüssel“) dienen in der Musik dazu, im Notensystem festzulegen, welche Tonhöhe die fünf Notenlinien repräsentieren. Jeder Schlüssel hat dafür einen Referenzton, aus dessen Position sich die Lage der anderen Töne ableitet, die Bedeutung der Notenlinien erschließt sich erst durch den Schlüssel. Die verschiedenen Notenschlüssel repräsentieren unterschiedliche Tonlagen; für jedes Instrument und jede Stimmlage ist einer der Schlüssel besonders gut geeignet.
Violinschlüssel
Der heute allgemein gebräuchliche Violinschlüssel (engl. treble clef) ist ein G-Schlüssel, der das g′ auf der zweiten (von unten gezählten) Notenlinie festlegt. Er wird für Frauenstimmen, Violine, hohe Blasinstrumente, das Sopran-Instrument der Viola-da-gamba-Familie (Diskant-Gambe) und die rechte Hand bei Tasteninstrumenten verwendet, manchmal auch für die Notation extrem hoher Lagen bei tiefen Instrumenten. Ferner wird der Violinschlüssel bei einigen tiefen Blasinstrumenten, die mit einem Sopraninstrument verwandt sind, transponierend verwendet: bei der Familie der Saxophone, der Klarinetten und beim Tenorhorn, um ohne Umdenken das Instrument wechseln zu können. So liest und greift ein Tenorhornist z. B. gleich wie auf dem Flügelhorn in B♭, der Ton klingt nur statt einer Sekunde eine None tiefer. Für Männer notierte Stimmen werden grundsätzlich eine Oktave tiefer gesungen, als sie notiert sind.
In der sogenannten Schweizer Notation für Posaunenchöre und Blasmusik in der Schweiz wird der Violinschlüssel für alle Instrumente einheitlich in B♭ transponierend eingesetzt, also auch für Tuba, Baritonhorn und Posaune.
Der in der Barockmusik auch gebräuchliche Französische Violinschlüssel weist dem g′ die unterste Linie zu.
Altschlüssel
Für die Bratsche (Viola), das Altinstrument der Viola-da-gamba-Familie (Altgambe) und Altposaune wird der oft auch „Bratschenschlüssel“ genannte Altschlüssel vorgeschrieben. Das c′ liegt hier auf der dritten Linie.
Tenorschlüssel
Der Tenorschlüssel wird für Passagen in höherer Lage bei tiefen Streich- und Blasinstrumenten wie der Tenorposaune, dem Violoncello (welches das Tenor-Bass-Instrument der Viola-da-braccio-Familie darstellt) und dem Fagott verwendet. Orientierungspunkt ist das c′ auf der vierten Linie.
Bassschlüssel
Bassschlüsselalternative Form des Bassschlüssels
Der Bassschlüssel ist ein F-Schlüssel, der das kleine f auf der vierten Linie von unten (also auf der Linie zwischen den beiden Punkten) festlegt. Ihn verwendet man bei tiefen Männer- und auch Frauenstimmen und tiefen Streichern (Violoncello, Kontrabass, E-Bass und Bassinstrument der Viola-da-gamba-Familie), tiefen Bläsern (Fagott, Tenor- und Bassposaune, Tuba, Baritonhorn, Euphonium) und manchen Schlaginstrumenten (Pauken). Bei Tasteninstrumenten ist die linke Hand meistens im Bassschlüssel notiert, bei der Orgel auch das Pedal.
Die Bass-Notation ist gewissermaßen die Fortsetzung des Violinschlüssels nach unten. Violin- und Bass-Notation entstehen, indem man ein System mit elf Notenlinien in zwei Mal fünf Linien teilt. Dabei werden die obersten fünf Linien im Violinschlüssel notiert, die untersten fünf im Bassschlüssel, und die mittlere Linie bildet gleichzeitig die erste tiefe Hilfslinie (c′) im Violinschlüssel und die erste hohe Hilfslinie im Bassschlüssel (ebenfalls c′).
Oktave
Als Oktave (seltener Oktav, von lateinisch octava ‚die achte‘) bezeichnet man in der Musik ein Intervall, das eine bestimmte Einteilung in 8 Tonstufen einer diatonischen, heptatonischen Tonleiter umspannt (z. B. C → c). Das Frequenzverhältnis zwischen tiefem und hohem Ton ist exakt 1:2.
Zwei Töne im Abstand einer Oktave erscheinen sehr ähnlich, fast wie ein Einklang (Prime). Man sagt auch, sie haben die gleiche Tonigkeit. Der Grund ist in der eigentlichen Tonerzeugung zu finden: Töne von Musikinstrumenten sind Klänge, die sich unter anderem aus dem Grundton und mehreren Obertönen zusammensetzen. Der erste Oberton des Grundtons hat (in der Regel) die gleiche Frequenz wie der nach oben oktavierte Grundton. Er ist somit im Klang des unteren Tons bereits enthalten. Dadurch ist die Oktave das konsonanteste Intervall nach der Prime.
Die Oktave behält, anders als die übrigen Intervalle, auch in allen temperierten Stimmungen immer das Frequenzverhältnis 2:1 (eine Ausnahme ist jedoch die Streckung beim Klavierstimmen). Eine in der Oktavlage schließende Kadenz wird vollkommener Ganzschluss genannt.
Die Oktave ist in fast allen Musikkulturen der Welt ein Grundintervall, das in der Regel das Grundgerüst für Tonleitern bildet. Üblicherweise erstrecken sich diese Tonleitern über einen Oktavraum und wiederholen sich dann im Oktavabstand (so etwa im abendländischen Tonsystem).
Rohrblattinstrumente mit konisch gebohrter Röhre (z. B. Oboe, Schalmei, Saxophon) überblasen das erste Mal in die Oktave ebenso wie offene Flöten (z. B. Querflöte, Blockflöte).
Oktave wird in der Bedeutung „Frequenzverhältnis 2:1“ auch in der Physik, Akustik und Hochfrequenztechnik gebraucht.
Nach neueren Ergebnissen der Gehirnforschung haben Säugetiere eine Oktavkartierung im auditorischen Thalamus.